Auf dem Areal eine ehemaligen Bundeswehrkaserne im Norden von München wird derzeit eine Holzbausiedlung fertiggestellt, die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sogar international, wie das Holzbau Netzwerk München berichtet. Der Prinz Eugen Park ist laut der 2018 gegründeten Initiative, die sich für die Förderung von Holzbau in der bayerischen Landeshauptstadt einsetzt derzeit die größte zusammenhängende Holzbausiedlung in Europa.

Dies scheint jetzt schon ein Musterbeispiel zu sein, nicht nur für den mehrgeschossigeren Holzbau, sondern auch für eine zukunftsfähige Quartiersentwicklung die Freiraumplanung, gemeinschaftlich genutzte Flächen sowie neue Mobilitätskonzepte einbezieht und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualitätsausführung schaffen will.

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Abbildung 1 Während der Bauphase veranstaltet das Holzbau Netzwerk München eine Führung über die Mustersiedlung v.l.n.r. Ulf Rössler und Andreas Lerge Foto: Patricia Lucas

Auf Initiative der Partei Die Grünen entschied der Münchner Stadtrat im Jahr 2009 den Bau einer ökologischen Mustersiedlung mit rund 600 Wohnungen verteilt auf acht Projekteinheiten in Holzbauweise und förderte das Vorhaben mit 13,9 Mio. Euro. Das gesamte, neu geplante Quartier auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne wird 1800 Wohnungen umfassen. Der Städtebauliche Entwurf hierfür geht auf GSP Architekten mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten zurück. Zu den acht Bauherren im Quartiersteil, der die ökologische Mustersiedlung bildet, zahlen die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München sowie Baugenossenschaften und Baugemeinschaften.

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Die planenden Architekten sind das Atelier 5 aus Bern, Rapp Architekten aus Ulm, die Architekturwerkstatt Vallentin, H2R Architekten, Plan-Z Architekten, Agmm Architekten + Stadtplaner, Hable Architekten aus Stuttgart und das Büro Kaden + Lager aus Berlin. Dazu brachten ausführende Holzbauunternehmen ihr Fachwissen in die Planungsaufgabe ein. Insgesamt gruppieren sich Regelbauten und Punkthäuser mit bis zu sieben Geschossen sowie Reihenhäuser auf den in der Parkanlage gereihten Parzellen. Letztendlich handelt es sich bei den Objekten jedoch nicht nur um reine Holzbauten, sondern mehrheitlich um Hybride aus Holzständerbauweise mit Betonkernen für Sockel, Treppenhäuser und Aufzugschächten oder um Stahlbetonskelettbauten mit Holzfassaden.

Dennoch schafft es die Siedlung im Prinz-Eugen-Park, als ökologisches Vorbild zu überzeugen. Parallel zur Ausschreibung entstand klare Vorhaben und messbare Kriterien, nach denen sich die Bauvorhaben richten sollten. Dazu gehören auch ein Bewertungskriterium, das den Anteil an nachwachsenden Rohstoffen (abgekürzt: nawaro) in Gebäude definiert, genau die Einheit ‚kg nawaro / m² Wohnfläche“ Der Anteil sollte bei bis zu 3-geschossogen Häusern 150 kg Holz pro m² Wohnfläche betragen, bei bis zu 7-geschossigen Objekten sollten es 50 kg sein. Diesen Vorgaben wurden letztendlich deutlich überschritten. So sind etwa bei den GWG-Häusern 280 kg/m² und bei den 7-geschossigen Häusern bis zu 240 kg/m² verbaut. Darüber hinaus sollte das Baumaterial Holz höchstens 400 km bis zum Einsatzort in München zurücklegen, was beispielsweise das Projekt der GWG durch Kiefer- und Fichtenholz aus Österreich und Oberbayern erfülle. Weitere Vorgaben betrafen die Einhaltung von Biodiversität und eine zwingende gemeinschaftliche Nutzung von Flächen. Vorgesehen sind Kindertagesstätten und Gästezimmer sowie ein wöchentlich belieferter Marktplatz innerhalb der Siedlung.

Der Prinz-Eugen-Park soll laut Holzbau Netzwerk München ein Vorbild für weitere Neugebebiete in München sein. Offen bleiben Fragen, etwa danach, wie die graue Energie von Bauprodukten noch mehr in Bewertungskriterien für ökologische Bauweisen einfließen kann, wie der Anteil des Massivbaustoffs Stahlbeton noch mehr reduziert werden kann sowie ob sich in Qualitätsvoll errichten, ökologischer Bauweise aus nachwachsenden Rohstoffen bezahlbar wohnen lässt, wenn weder Förderung noch Modellcharakter vorherrschen.

Auf dem Areal eine ehemaligen Bundeswehrkaserne im Norden von München wird derzeit eine Holzbausiedlung fertiggestellt, die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sogar international, wie das Holzbau Netzwerk München berichtet. Der Prinz Eugen Park ist laut der 2018 gegründeten Initiative, die sich für die Förderung von Holzbau in der bayerischen Landeshauptstadt einsetzt derzeit die größte zusammenhängende Holzbausiedlung in Europa.

Dies scheint jetzt schon ein Musterbeispiel zu sein, nicht nur für den mehrgeschossigeren Holzbau, sondern auch für eine zukunftsfähige Quartiersentwicklung die Freiraumplanung, gemeinschaftlich genutzte Flächen sowie neue Mobilitätskonzepte einbezieht und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualitätsausführung schaffen will.

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