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Holzbau Netzwerk

Erfolgreiche 2. Veranstaltung des Holzbau Netzwerks Berlin

Während im Bauministerium neue Richtlinien für den Holzbau auf den Weg gebracht werden, betreffen steigende Mieten und knapper Wohnraum die Mehrheit der urbanen Bevölkerung. Die systematische und nachhaltige Nachverdichtung mit Dachaufstockungen in Holzbauweise führt beide Themenfelder produktiv zusammen.

Über 100 Teilnehmer aus Politik, Wohnungsbauindustrie, Planung sowie EigentümerInnen und VertreterInnen öffentlicher Institutionen und InvestorInnen aus dem Bereich des nachhaltigen Bauens trafen sich im Rahmen der Holzbau Netzwerk Berlin-Veranstaltung “Dachaufstockung für EntscheiderInnen”. Sie informierten sich und diskutierten über die Chancen der hölzernen Dachaufstockung in der Hauptstadt.

„Ziel ist es, auf Berlin nochmals eine Großstadt aufzustocken“, brachte es Andreas Lerge, Projektentwickler und Holzbauberater, am 26. September 2019 auf den Punkt. Die zweite Veranstaltung des Holzbau Netzwerks Berlin startete mit einer eindrucksvollen Baustellenführung der Dachaufstockung k145 für das Deutsche Chorzentrum in der Karl-Marx-Straße vom Architekturbüro Kaden + Lager.

Den ersten Impulsvortrag des Abends hielt Max Rudolph, Mitbegründer und Partner von Form Follows You. Der Architekt referierte über die Potenziale digitaler Planungs- und Beteiligungsprozesse in Verbindung mit vertikaler Wohnraumerweiterung und betonte: „Digitalisierung kann die Prozesse in der Nachverdichtung immens verbessern.“

Anschließend berichtete der Architekt und Geschäftsführer von eZeit Ingenieure GmbH, Taco Holthuizen in seinem Impulsvortrag „Sozialverträgliche Dachaufstockung in Holzbauweise“ über die sehr erfolgreiche Dachaufstockung einer ganzen Siedlung und die Tücken, die staatliche Förderprogramme zur Energieeinsparung mit sich bringen können. Für Herrn Holthuizen muss „die graue Energie endlich ins Gebäudeenergiegesetz“.

Nach der vielfältigen und interessanten Vortragsreihe ging es nahtlos in den Networkingteil im Wohnzimmerambiente des Prachtwerks Neukölln über. Bei Fingerfood und Getränken in entspannter Atmosphäre fand ein reger und intensiver Austausch zwischen Gästen und Vortragenden statt.

Abbildung 2 Roland Busch vom Architekturbüro Kaden und Lager präsentieret die Baustelle der Dachaufstockung k145 in Neukölln. Fotos Michael Reinhardt

Hintergrund

Das Holzbau Netzwerk Berlin wird von Andreas Lerge, Geschäftsführer von Wood Real Estate, Christina Reimann (Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V.) und Tobias Müller-Nischwitz (WUB-WohnenUeberBerlin) organisiert, um Kooperationen unter den Akteuren im Handwerk, Baugewerbe, in der Planung, öffentlichen Institutionen und Investoren im Bereich des nachhaltigen Bauens mit Holz auszuweiten und zu fördern.

Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e. V. stellt dem Netzwerkteam als Veranstalter die Managementstruktur zur Verfügung. Weitere Projektpartner sind Renggli Deutschland GmbH, Binderholz Group, Velux Deutschland GmbH, Wood Real Estate GmbH, WUB – WohnenUeberBerlin, der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V., Naturstrom Ag, Steico, Leidorf CNC Technologie, Swiss Krono GmbH und Rehau AG

Holzbau Meets Real Estate 2.0

Das Holzbaunetzwerk München knüpfte am 08. Oktober 2019 an das erfolgreiche Veranstaltungsformat „Holzbau Meets Real Estate“ an und lud parallel zur Expo Real zu einer Vortrags- und Netzwerkveranstaltung ein. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Schaffung der Perspektive Holzbau besonders für die Immobilien- und Projektentwicklung als interessante und zukunftsfähige Alternative zu den klassischen Baustoffen Stahl und Beton. Die Veranstaltung stieß mit etwa 150 Gästen auf großes Interesse, die sich nach hoch-spannenden Impulsvorträgen noch zum Austauschen und Netzwerken zusammen fanden. 

Der Baustoff Holz ist in der Immobilien- und Projektentwicklung trotz seiner vielen Vorteile als nachwachsender Baustoff, Schaffung von positivem Wohnraumklima und der heutigen technischen Möglichkeiten immer noch eine Nische und wird bei der Mehrheit der neuen Bauprojekte oft nicht in Betracht gezogen. Nach und nach etabliert sich der Holzbau durch hochkarätige Projekte, die innovativ und beispielhaft voranschreiten und das Image positiv verändern. Die Impulsvorträge zeigten bereits fertig gestellte oder sich in der Planung befindende Holz-Gebäude, die allesamt durch ihre intelligente und gesamtheitliche Konzeption überzeugen.

Zunächst gab Dr. Richard Woschitz der Woschitz Group einen interessanten Einblick in das Projekt „Hoho“, einem 84 m hohen Holzhochhaus in Wien, das sich gerade in der Fertigstellung befindet. Aus seiner Perspektive eines Tragwerksplaners berichtete er eindrucksvoll über die Chancen und Herausforderungen bei der Statik eines Holzhochhauses. Es wurde deutlich, dass Holz mittlerweile als Hochleistungsbaustoff eingesetzt werden kann und welche Vorteile es durch eine modulare Bauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad gegenüber der klassischen Bauweise bietet.

http://www.hoho-wien.at

Anschließend präsentierte Steffen Hebestreit der Interboden Gruppe das sich aktuell in der Planung befindende Projekt „The Cradle“. Am Düsseldorfer Medienhafen soll hier voraussichtlich 2021 ein Bürogebäude in Holzhybridbauweise mit markantem Erscheinungsbild entstehen, welches soweit wie möglich nach dem „Cradle-to-Cradle ®“ Prinzip konzipiert ist. Hierbei ist besonders die Betrachtung des gesamten Gebäudelebenzyklus und der Rezyklierbarkeit der Materialien eine wichtige Planungsprämisse.

www.interboden.de/ib-projekte/thecradle/

Einen ähnlichen ganzheitlichen Entwurfsansatz mit einer zirkulären und ressourcenpositiven Bauweise verfolgt das Projekt „WoodScraper“, welches eindrucksvoll von Jörg Finkbeiner von Partner und Partner Architekten vorgestellt wurde. Durch die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes als Material- und CO2-Speicher, der Optimierung der eingesetzten Baustoffe und des Platzbedarfs sowie der Zeitersparnis durch Vorfertigung- und Elementierung ist es möglich, kostenneutral im Vergleich zu den konventionellen Bauweisen zu bleiben. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planung und wird in Wolfsburg errichtet.

www.woodscraper.de

Abschließend präsentierte Hr. Georg Nunnemann der Garbe Immobilien-Projekte GmbH das Projekt „Wildspitze“, das als 64 m hohes Holzhochhaus zukünftig einen markanten Orientierungspunkt in der Hamburger Hafencity darstellen wird. Der Baustoff Holz erfordert bei den Planungsprozessen eine besonders intensive Abstimmung und Zusammenarbeit der einzelnen Fachplaner, welche bei der „Wildspitze“ in einem intensiven, spannenden und kreativen Austausch resultierte.

www.garbe-immobilien-projekte.de/?id=102

Abbildung 2 Dr. Richard Woschitz, Foto:Patricia Lucas

Die Vorträge zeigten allesamt, dass mittlerweile alle technischen Möglichkeiten zur Etablierung des Baustoffs Holz für diverse Gebäudetypen und Nutzungen vorhanden sind. Wenn sich Bauherren, Investoren, Projektentwickler und das Planungsteam gemeinsam auf einen Weg von Innovationsgeist und dem Mut, etwas Neues und Unkonventionelles auszuprobieren begeben, werde sie mit außergewöhnlichen Projekten belohnt. Dies wurde bei der anschließenden Networking Runde intensiv diskutiert und es konnten viele Kontakte für mögliche zukünftige Kooperationen geknüpft werden.

Abbildung 3 v. l. n. r. Jörg Finkbeiner, Steffen Hebestreit, Dr. Richard Woschitz, Andreas Lerge, Regina Fingerhut, Foto:Patricia Lucas

Das Holzbaunetzwerk München hat sich die Bereitstellung einer Austauschplattform für Handwerk, Baugewerbe, Planung, öffentliche Institutionen und Investoren im Bereich des nachhaltigen Bauens mit Fokus auf den mehrgeschossigen Wohnungsbau gemacht. Hierzu werden regelmäßig Vortrags- und Netzwerkveranstaltungen oder auch Vor-Ort Besichtigungen wie beispielsweise der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in München angeboten.

 

https://www.holzbaunetzwerk.com

 

Pressekontakt: Hr. Andreas Lerge

lerge@woodrealestate

holzbaunetzwerkmuenchen@gmail.com

Fotos: Patricia Lucas