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eisvogel

1. GREEN LUNCH München

Er startete 2013 in Hamburg, wurde in Frankfurt erfolgreich weitergeführt – und ist jetzt in München zu Hause: am Freitag, den 20. September war die Premiere des GREEN LUNCH in der bayerischen Landeshauptstadt. Nach der Begrüßung der Gäste durch Bastian Stölten, Leiter der Region Süd und Director Consulting bei Dr. Wager & Partner, sowie einem entspannten Lunch in lockerer Atmosphäre, hörten wir zunächst den sehr spannenden Impulsvortrag zu Modularem Bauen, vorgestellt von Dipl.-Ing. Andreas Lerge, Geschäftsführer der Wood Real Estate GmbH.

An eindrucksvollen Projektbeispielen konnten wir sehen, welche Möglichkeiten und Chancen das modulare Bauen für Wohn- und Gewerbeflächen bietet. So erfüllen Modulgebäude höchste Ansprüche an Wärme-, Brand- und Schallschutz und sind problemlos in den Gebäudebestand am jeweiligen Standort integrierbar. Anders als beim klassischen Bau mit Beton, bei dem durch die Produktion des wichtigen Baustoffs Zement gewaltige Mengen des Klimagases Kohlendioxid entstehen, ist Bauen mit Holz wesentlich nachhaltiger und umweltschonender.

So erfüllen Modulgebäude höchste Ansprüche an Wärme-, Brand- und Schallschutz

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir anschließend einen kleinen Spaziergang gemacht und das Pilotprojekt „Wohnen für alle am Dantebad“ von Florian Nagler Architekten besucht. Hier zeigte uns Josef Huber, geschäftsführender Gesellschafter von Huber & Sohn und maßgeblich an der Organisation und Erstellung des Gebäudes beteiligt, eine ganze Reihe weiterer interessanter Aspekte auf und beantwortete jede unserer Fragen zu Planung und Umsetzung, insbesondere im Rahmen der kurzen Bauzeit, sehr anschaulich und mit großer Fachkenntnis. Denn es hat nur ein Jahr gedauert, bis das sogenannte “Haus auf Stelzen” in Moosach fertig war, und zwar einschließlich Genehmigungs- und Bauphase.

Wir danken unseren Gästen für Ihr Kommen und freuen uns auf den nächsten GREEN LUNCH München.

https://www.wagnerandpartner.com/

https://www.huber-sohn.de/

 

Ihr Team von Dr. Wagner & Partner

Alter Baustoff neue Dimensionen, Buche als Hightech-Baustoff

Der Rekordsommer 2018 hat mit seinen Hitzetagen viele Fragen aufgeworfen. Wie können unsere Kraftwerke in Zukunft auf ausreichend Kühlwasser zurückgreifen? Wie gehen ältere Menschen mit der Hitze um? Und eine Frage, mit der ich mich beschäftige: Wie geht es dem Wald und der Forstwirtschaft in Zukunft bei immer intensiveren Dürreperioden? Der Holzbau boomt und der Trendbaustoff Holz wird immer mehr verwandt. Man redet vom nachwachsenden Rohstoff aus heimischen Wäldern. Gerade die Nadelholzsorten haben unter der extremen Hitze gelitten. Großflächige Feuer in Brandenburg, Schweden und Kalifornien haben immense Schäden angerichtet. Der Klimawandel drängt zur Pflege und Förderung naturnahen Mischwäldern und nachhaltiger Forstwirtschaft ohne Monokulturen.

Hier kommt ein neuer Baustoff ins Spiel, Buchenholz. Die Buche wurde in den letzten Jahrhunderten aufgrund ihrer Astigkeit und ihrer langsamen Wuchsform selten nur als Brennholz verwandt. Buchenfurnier und verschieden Arten von industriellen Buchenprodukten finden heute im Innenausbau und Möbelbau ihre Verwendung.

Der Klimawandel drängt zur Pflege und Förderung naturnahen Mischwäldern und nachhaltiger Forstwirtschaft ohne Monokulturen.

Doch jetzt wurden neue Verfahren entwickelt, um Laubholz auch im konstruktiven Holzbau anzuwenden. Durch ein neuartiges Leimverfahren und angepasste Verarbeitungsprozesse können nur Buchenleinholzträger und Plattenwerkstoffe mit enormer statischer Leistungsfähigkeit verarbeitet werden. Aufgrund der hohen Belastbarkeit können die Träger, Decken und Unterzüge platzsparender und materialschonender verbaut werden. Weniger Aufbauhöhe führt somit zu weniger verbautem Material und mehr Gestaltungsfreiheit.

Die Produkte können für Holztragwerke/Hallentragwerke und sogar im mehrgeschossigen Holzbau verwendet werden. Das aktuell bekannteste Projekt ist das erste Holzhochhaus der Schweiz. Hier hat der Immobilienentwickler Zug Estates AG ein 10-geschossiges Hochhaus in Hybridbauweise errichtet. Das Potenziale von Laubholz ist sehr groß, sowie das Projekt zeigt. Der Waldumbau den wir zwingend vornehmen müssen kann hier die erste Stufe sein, diesen Werkstoff neu zu entdecken.

Erfolgreiche 2. Veranstaltung des Holzbau Netzwerks Berlin

Während im Bauministerium neue Richtlinien für den Holzbau auf den Weg gebracht werden, betreffen steigende Mieten und knapper Wohnraum die Mehrheit der urbanen Bevölkerung. Die systematische und nachhaltige Nachverdichtung mit Dachaufstockungen in Holzbauweise führt beide Themenfelder produktiv zusammen.

Über 100 Teilnehmer aus Politik, Wohnungsbauindustrie, Planung sowie EigentümerInnen und VertreterInnen öffentlicher Institutionen und InvestorInnen aus dem Bereich des nachhaltigen Bauens trafen sich im Rahmen der Holzbau Netzwerk Berlin-Veranstaltung “Dachaufstockung für EntscheiderInnen”. Sie informierten sich und diskutierten über die Chancen der hölzernen Dachaufstockung in der Hauptstadt.

„Ziel ist es, auf Berlin nochmals eine Großstadt aufzustocken“, brachte es Andreas Lerge, Projektentwickler und Holzbauberater, am 26. September 2019 auf den Punkt. Die zweite Veranstaltung des Holzbau Netzwerks Berlin startete mit einer eindrucksvollen Baustellenführung der Dachaufstockung k145 für das Deutsche Chorzentrum in der Karl-Marx-Straße vom Architekturbüro Kaden + Lager.

Den ersten Impulsvortrag des Abends hielt Max Rudolph, Mitbegründer und Partner von Form Follows You. Der Architekt referierte über die Potenziale digitaler Planungs- und Beteiligungsprozesse in Verbindung mit vertikaler Wohnraumerweiterung und betonte: „Digitalisierung kann die Prozesse in der Nachverdichtung immens verbessern.“

Anschließend berichtete der Architekt und Geschäftsführer von eZeit Ingenieure GmbH, Taco Holthuizen in seinem Impulsvortrag „Sozialverträgliche Dachaufstockung in Holzbauweise“ über die sehr erfolgreiche Dachaufstockung einer ganzen Siedlung und die Tücken, die staatliche Förderprogramme zur Energieeinsparung mit sich bringen können. Für Herrn Holthuizen muss „die graue Energie endlich ins Gebäudeenergiegesetz“.

Nach der vielfältigen und interessanten Vortragsreihe ging es nahtlos in den Networkingteil im Wohnzimmerambiente des Prachtwerks Neukölln über. Bei Fingerfood und Getränken in entspannter Atmosphäre fand ein reger und intensiver Austausch zwischen Gästen und Vortragenden statt.

Abbildung 2 Roland Busch vom Architekturbüro Kaden und Lager präsentieret die Baustelle der Dachaufstockung k145 in Neukölln. Fotos Michael Reinhardt

Hintergrund

Das Holzbau Netzwerk Berlin wird von Andreas Lerge, Geschäftsführer von Wood Real Estate, Christina Reimann (Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V.) und Tobias Müller-Nischwitz (WUB-WohnenUeberBerlin) organisiert, um Kooperationen unter den Akteuren im Handwerk, Baugewerbe, in der Planung, öffentlichen Institutionen und Investoren im Bereich des nachhaltigen Bauens mit Holz auszuweiten und zu fördern.

Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e. V. stellt dem Netzwerkteam als Veranstalter die Managementstruktur zur Verfügung. Weitere Projektpartner sind Renggli Deutschland GmbH, Binderholz Group, Velux Deutschland GmbH, Wood Real Estate GmbH, WUB – WohnenUeberBerlin, der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V., Naturstrom Ag, Steico, Leidorf CNC Technologie, Swiss Krono GmbH und Rehau AG

Holzbau Meets Real Estate 2.0

Das Holzbaunetzwerk München knüpfte am 08. Oktober 2019 an das erfolgreiche Veranstaltungsformat „Holzbau Meets Real Estate“ an und lud parallel zur Expo Real zu einer Vortrags- und Netzwerkveranstaltung ein. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Schaffung der Perspektive Holzbau besonders für die Immobilien- und Projektentwicklung als interessante und zukunftsfähige Alternative zu den klassischen Baustoffen Stahl und Beton. Die Veranstaltung stieß mit etwa 150 Gästen auf großes Interesse, die sich nach hoch-spannenden Impulsvorträgen noch zum Austauschen und Netzwerken zusammen fanden. 

Der Baustoff Holz ist in der Immobilien- und Projektentwicklung trotz seiner vielen Vorteile als nachwachsender Baustoff, Schaffung von positivem Wohnraumklima und der heutigen technischen Möglichkeiten immer noch eine Nische und wird bei der Mehrheit der neuen Bauprojekte oft nicht in Betracht gezogen. Nach und nach etabliert sich der Holzbau durch hochkarätige Projekte, die innovativ und beispielhaft voranschreiten und das Image positiv verändern. Die Impulsvorträge zeigten bereits fertig gestellte oder sich in der Planung befindende Holz-Gebäude, die allesamt durch ihre intelligente und gesamtheitliche Konzeption überzeugen.

Zunächst gab Dr. Richard Woschitz der Woschitz Group einen interessanten Einblick in das Projekt „Hoho“, einem 84 m hohen Holzhochhaus in Wien, das sich gerade in der Fertigstellung befindet. Aus seiner Perspektive eines Tragwerksplaners berichtete er eindrucksvoll über die Chancen und Herausforderungen bei der Statik eines Holzhochhauses. Es wurde deutlich, dass Holz mittlerweile als Hochleistungsbaustoff eingesetzt werden kann und welche Vorteile es durch eine modulare Bauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad gegenüber der klassischen Bauweise bietet.

http://www.hoho-wien.at

Anschließend präsentierte Steffen Hebestreit der Interboden Gruppe das sich aktuell in der Planung befindende Projekt „The Cradle“. Am Düsseldorfer Medienhafen soll hier voraussichtlich 2021 ein Bürogebäude in Holzhybridbauweise mit markantem Erscheinungsbild entstehen, welches soweit wie möglich nach dem „Cradle-to-Cradle ®“ Prinzip konzipiert ist. Hierbei ist besonders die Betrachtung des gesamten Gebäudelebenzyklus und der Rezyklierbarkeit der Materialien eine wichtige Planungsprämisse.

www.interboden.de/ib-projekte/thecradle/

Einen ähnlichen ganzheitlichen Entwurfsansatz mit einer zirkulären und ressourcenpositiven Bauweise verfolgt das Projekt „WoodScraper“, welches eindrucksvoll von Jörg Finkbeiner von Partner und Partner Architekten vorgestellt wurde. Durch die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes als Material- und CO2-Speicher, der Optimierung der eingesetzten Baustoffe und des Platzbedarfs sowie der Zeitersparnis durch Vorfertigung- und Elementierung ist es möglich, kostenneutral im Vergleich zu den konventionellen Bauweisen zu bleiben. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planung und wird in Wolfsburg errichtet.

www.woodscraper.de

Abschließend präsentierte Hr. Georg Nunnemann der Garbe Immobilien-Projekte GmbH das Projekt „Wildspitze“, das als 64 m hohes Holzhochhaus zukünftig einen markanten Orientierungspunkt in der Hamburger Hafencity darstellen wird. Der Baustoff Holz erfordert bei den Planungsprozessen eine besonders intensive Abstimmung und Zusammenarbeit der einzelnen Fachplaner, welche bei der „Wildspitze“ in einem intensiven, spannenden und kreativen Austausch resultierte.

www.garbe-immobilien-projekte.de/?id=102

Abbildung 2 Dr. Richard Woschitz, Foto:Patricia Lucas

Die Vorträge zeigten allesamt, dass mittlerweile alle technischen Möglichkeiten zur Etablierung des Baustoffs Holz für diverse Gebäudetypen und Nutzungen vorhanden sind. Wenn sich Bauherren, Investoren, Projektentwickler und das Planungsteam gemeinsam auf einen Weg von Innovationsgeist und dem Mut, etwas Neues und Unkonventionelles auszuprobieren begeben, werde sie mit außergewöhnlichen Projekten belohnt. Dies wurde bei der anschließenden Networking Runde intensiv diskutiert und es konnten viele Kontakte für mögliche zukünftige Kooperationen geknüpft werden.

Abbildung 3 v. l. n. r. Jörg Finkbeiner, Steffen Hebestreit, Dr. Richard Woschitz, Andreas Lerge, Regina Fingerhut, Foto:Patricia Lucas

Das Holzbaunetzwerk München hat sich die Bereitstellung einer Austauschplattform für Handwerk, Baugewerbe, Planung, öffentliche Institutionen und Investoren im Bereich des nachhaltigen Bauens mit Fokus auf den mehrgeschossigen Wohnungsbau gemacht. Hierzu werden regelmäßig Vortrags- und Netzwerkveranstaltungen oder auch Vor-Ort Besichtigungen wie beispielsweise der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in München angeboten.

 

https://www.holzbaunetzwerk.com

 

Pressekontakt: Hr. Andreas Lerge

lerge@woodrealestate

holzbaunetzwerkmuenchen@gmail.com

Fotos: Patricia Lucas

Robotik im Holzbau? Die Zukunft ist schon da!

Alexander Leidorf Geschäftsführer von Leidorf GmbH gründete 2015 das Start Up für CNC Technologie. Herr Leidorf war vor seiner Selbstständigkeit jahrelang in der Holzindustrie im Dachelementebau tätig. Es ist also ein Vollprofi was den vorgefertigten Holzbau betrifft.

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Abbildung 1 v. l. n. r. Geschäftsführer Alexander Leidorf, Geschäftsführer Andreas Lerge Wood Real Estate GmbH

Seine Spezialisierung ist der Sonderabbund von Holzbauteilen aus CLT, KLH, Kerto, Leimholz und fast allen Holzwerkstoffen. Seine Produkte werden im mehrgeschossigen Wohnungsbau, im Brückenbau, und für Freiformen in Holzbauweise verwendet. Namhafte Kunden wie Wiehag, Rubner Holzbau, Mayr Melnhof Holz, Store Enso, Züblin Holzbau, KLH arbeiten mit Alexander Leidorf zusammen. Hier sind das Wissen und die Spezialmaschinen ein Garant für seinen Erfolg.

Die Firma hat im Jahre 2018 ca. 12.000 m³ Holz bearbeitet. Mit seinem 7-Achs -Simultan-Roboter der Firma Kuka bearbeitet Herr Leidorf im 2-Schicht-Betrieb jeden Spezialwunsch aus Holz den seine Kunden haben. Das Unternehmen wird aktuell von 9 BSH-Werken beliefet.

In einem Start-Up ist aller Anfang schwer. 24 Monate vergingen bis die Anlage und der Produktionsablauf abgestimmt waren und sich eine reibungslose Produktion eingestellt hat. Hardware, Software und die Daten der Kunden müssen konfiguriert und bereinigt werden. Zuerst werden die 3-D-Dateien der Kunden eingelesen. Dann werden die Daten in SolidWorks aufbereitet und dann mit dem Programm Octopus an den Kuka Roboter übergeben. Erst dann kann die Bearbeitung mit der Fräse beginnen.

„Gerade im Holzbau ist ein Netzwerk wichtig. Ich möchte auch die Erfahrung die ich bei der Konfiguration des Roboters gesammelt haben weitergeben“

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Abbildung 2 Arbeitsvorbereitung am Computer

Der Roboter von Herrn Leidorf kommt von der Firma Kuka aus Augsburg. Anfang 2017 Übernahme der Chinesische Midea-Konzern 95 Prozent der Kuka-Aktien. Das Augsburger Unternehmen ist eine Perle der deutschen Wirtschaft, Vorreiter der Industrie 4.0, weltweit führend im Bau von Robotern. Immer mehr Holzbau-Firmen interessieren sind für die Industrie 4.0.

Aktuell Arbeiten 17 Mitarbeiter in der Produktion und der IT. 2018 erwirtschafte der Betrieb 1,6 Mio. Euro Umsatz. 2020 möchte Herr Leidorf seinen Betrieb erweitern und setzt auf einen neue Produktionshalle. „Die Entwicklung im Massivholzbau zeigt nach oben. Wir möchten mit unserer Roboter-Technologie weiter vorne mit dabei sein und setzen daher unseren Expansionskurs fort.

Die Firma Wood Real Estate aus München kooperiert mit der Leidorf GmbH und entwickelt zusammen mehrgeschossige Wohnimmobilien in Holzbauweise. Weiter Infos unter:

https://www.leidorf.com/

https://www.woodrealestate.info/

https://www.holzbaunetzwerk.com/

Mustersiedlung in Holzbauweise

Auf dem Areal eine ehemaligen Bundeswehrkaserne im Norden von München wird derzeit eine Holzbausiedlung fertiggestellt, die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sogar international, wie das Holzbau Netzwerk München berichtet. Der Prinz Eugen Park ist laut der 2018 gegründeten Initiative, die sich für die Förderung von Holzbau in der bayerischen Landeshauptstadt einsetzt derzeit die größte zusammenhängende Holzbausiedlung in Europa.

Dies scheint jetzt schon ein Musterbeispiel zu sein, nicht nur für den mehrgeschossigeren Holzbau, sondern auch für eine zukunftsfähige Quartiersentwicklung die Freiraumplanung, gemeinschaftlich genutzte Flächen sowie neue Mobilitätskonzepte einbezieht und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualitätsausführung schaffen will.

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Abbildung 1 Während der Bauphase veranstaltet das Holzbau Netzwerk München eine Führung über die Mustersiedlung v.l.n.r. Ulf Rössler und Andreas Lerge Foto: Patricia Lucas

Auf Initiative der Partei Die Grünen entschied der Münchner Stadtrat im Jahr 2009 den Bau einer ökologischen Mustersiedlung mit rund 600 Wohnungen verteilt auf acht Projekteinheiten in Holzbauweise und förderte das Vorhaben mit 13,9 Mio. Euro. Das gesamte, neu geplante Quartier auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne wird 1800 Wohnungen umfassen. Der Städtebauliche Entwurf hierfür geht auf GSP Architekten mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten zurück. Zu den acht Bauherren im Quartiersteil, der die ökologische Mustersiedlung bildet, zahlen die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München sowie Baugenossenschaften und Baugemeinschaften.

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Die planenden Architekten sind das Atelier 5 aus Bern, Rapp Architekten aus Ulm, die Architekturwerkstatt Vallentin, H2R Architekten, Plan-Z Architekten, Agmm Architekten + Stadtplaner, Hable Architekten aus Stuttgart und das Büro Kaden + Lager aus Berlin. Dazu brachten ausführende Holzbauunternehmen ihr Fachwissen in die Planungsaufgabe ein. Insgesamt gruppieren sich Regelbauten und Punkthäuser mit bis zu sieben Geschossen sowie Reihenhäuser auf den in der Parkanlage gereihten Parzellen. Letztendlich handelt es sich bei den Objekten jedoch nicht nur um reine Holzbauten, sondern mehrheitlich um Hybride aus Holzständerbauweise mit Betonkernen für Sockel, Treppenhäuser und Aufzugschächten oder um Stahlbetonskelettbauten mit Holzfassaden.

Dennoch schafft es die Siedlung im Prinz-Eugen-Park, als ökologisches Vorbild zu überzeugen. Parallel zur Ausschreibung entstand klare Vorhaben und messbare Kriterien, nach denen sich die Bauvorhaben richten sollten. Dazu gehören auch ein Bewertungskriterium, das den Anteil an nachwachsenden Rohstoffen (abgekürzt: nawaro) in Gebäude definiert, genau die Einheit ‚kg nawaro / m² Wohnfläche“ Der Anteil sollte bei bis zu 3-geschossogen Häusern 150 kg Holz pro m² Wohnfläche betragen, bei bis zu 7-geschossigen Objekten sollten es 50 kg sein. Diesen Vorgaben wurden letztendlich deutlich überschritten. So sind etwa bei den GWG-Häusern 280 kg/m² und bei den 7-geschossigen Häusern bis zu 240 kg/m² verbaut. Darüber hinaus sollte das Baumaterial Holz höchstens 400 km bis zum Einsatzort in München zurücklegen, was beispielsweise das Projekt der GWG durch Kiefer- und Fichtenholz aus Österreich und Oberbayern erfülle. Weitere Vorgaben betrafen die Einhaltung von Biodiversität und eine zwingende gemeinschaftliche Nutzung von Flächen. Vorgesehen sind Kindertagesstätten und Gästezimmer sowie ein wöchentlich belieferter Marktplatz innerhalb der Siedlung.

Der Prinz-Eugen-Park soll laut Holzbau Netzwerk München ein Vorbild für weitere Neugebebiete in München sein. Offen bleiben Fragen, etwa danach, wie die graue Energie von Bauprodukten noch mehr in Bewertungskriterien für ökologische Bauweisen einfließen kann, wie der Anteil des Massivbaustoffs Stahlbeton noch mehr reduziert werden kann sowie ob sich in Qualitätsvoll errichten, ökologischer Bauweise aus nachwachsenden Rohstoffen bezahlbar wohnen lässt, wenn weder Förderung noch Modellcharakter vorherrschen.

Auf dem Areal eine ehemaligen Bundeswehrkaserne im Norden von München wird derzeit eine Holzbausiedlung fertiggestellt, die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sogar international, wie das Holzbau Netzwerk München berichtet. Der Prinz Eugen Park ist laut der 2018 gegründeten Initiative, die sich für die Förderung von Holzbau in der bayerischen Landeshauptstadt einsetzt derzeit die größte zusammenhängende Holzbausiedlung in Europa.

Dies scheint jetzt schon ein Musterbeispiel zu sein, nicht nur für den mehrgeschossigeren Holzbau, sondern auch für eine zukunftsfähige Quartiersentwicklung die Freiraumplanung, gemeinschaftlich genutzte Flächen sowie neue Mobilitätskonzepte einbezieht und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualitätsausführung schaffen will.